... unsere vereinsstatuten*

Den Gaisbergwäldern kommt neben der wirtschaftlichen Funktion für ihre Waldbesitzer eine besondere soziale Stellung zu. Diese ergibt sich durch ein mosaikartiges Nebeneinander und Ineinanderfließen der Schutz-, Wohlfahrts- und Erholungsfunktionen. Nutznießer dieser "kostenlosen" Waldwirkungen sind die Stadtgemeinde Salzburg und ihre Bürger.

1. Name, Sitz und Tätigkeitsbereich des Vereines  

Der Verein führt den Namen "Waldpflegegemeinschaft Gaisberg" und hat seinen Sitz in der Stadt Salzburg. Seine Tätigkeit erstreckt sich auf das Gemeindegebiet der Stadt Salzburg.

2. Zweck des Vereines  

Der Verein "Waldpflegegemeinschaft Gaisberg", dessen Tätigkeit nicht auf Gewinn ausgerichtet ist, hat den Zweck, die Sicherstellung einer geordneten, standortsbezogenen Waldbewirtschaftung der Gaisbergwälder im Gemeindegebiet der Stadt Salzburg in jeder Hinsicht zu fördern.

3. Tätigkeit des Vereines  

Zur Verwirklichung des Vereinszweckes führt der Verein alle Tätigkeiten aus, die diesem Ziel dienen, insbesondere:

-

stellt er die organisatorische Basis für eine laufende forstfachliche Betreuung der Waldeigentümer dar,

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leistet Hilfestellung bei der praktischen Durchführung von Waldarbeiten und der Inanspruchnahme forstlicher Förderungsmittel,

-

trägt zur Intensivierung der Waldpflege auf der Basis der detaillierten Bestandeskartei des Bannwaldpflegekonzeptes 1987

-

und der Schutzwaldinventur 1988 im Rahmen eines bei den Behörden einzureichenden Schutzwaldsanierungsprojektes bei,

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strebt in Zusammenarbeit mit allen zuständigen Stellen eine Lösung der standörtlich differenzierten Wald/Wild-Problematik durch geeignete Maßnahmen an und

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unterstützt alle Bemühungen zur Verbesserung der Waldgesinnung durch Informationsveranstaltungen, Kurse, Exkursionen udgl.

4. Finanzierung  

(1)   

Die Geldmittel des Vereines werden aufgebracht durch: Beiträge der Vereinsmitglieder, Beihilfen und Unterstützungen von physischen und juristischen Personen, Erträgnisse aus Veranstaltungen sowie durch Vermächtnisse und Sammlungen bzw. sonstige Zuwendungen.

(2)   

Die Geldmittel sind zur Erfüllung des Vereinszweckes zu verwenden.

5. Mitgliedschaft  

(1)

Mitglieder des Vereines können Grundeigentümer und deren Vertreter der sogenannten Gaisbergwälder im Gemeindegebiet der Stadt Salzburg, Vertreter von Gebietskörperschaften sowie Forstfachleute, Wissenschafter udgl. sein.

(2)

Die Mitgliedschaft wird durch Abgabe einer unterfertigten Beitrittserklärung und Zustimmung des Vorstandes erworben. Für die Ablehnung der Aufnahme brauchen keine Grunde angegeben werden.

(3)

Die Mitgliedschaft endet durch Austritt, Ausschluss oder Tod, bei juristischen Personen durch den Verlust der Rechtspersönlichkeit sowie durch Auflösung des Vereines. Der freiwillige Austritt ist dem Vorstand schriftlich bekannt zu geben. Er wird mit Ende des laufenden Kalenderjahres wirksam. Der Ausschluss erfolgt durch Beschluss des Vorstandes, wenn das Mitglied seine Verpflichtungen grob verletzt oder gegen die Vereinsstatuten oder Beschlüsse der Vollversammlung oder des Vorstandes verstößt, seinen Mitgliedsbeitrag nicht termingerecht entrichtet oder Handlungen begeht, die das Ansehen und Zweck des Vereines schädigen. Das Mitglied ist von der Ausschließung schriftlich zu benachrichtigen. Gegen den Ausschluss ist eine Berufung binnen 14 Tagen  an die Vollversammlung zulässig. Bis zur Erledigung dieser Berufung ruhen die Mitgliedsrechte. Vorhandene Verpflichtungen gegenüber dem Verein sind bei Erlöschung der Mitgliedschaft in allen Fällen zu begleichen.

6. Rechte und Pflichten der Vereinsmitglieder

(1)  

Die Mitglieder des Vereines sind berechtigt:

an Versammlungen und sonstigen Veranstaltungen des Vereines teilzunehmen sowie in der Vollversammlung das aktive und passive Wahlrecht, wie überhaupt das Stimmrecht auszuüben,

an allen zur Errichtung des Vereinszweckes geschaffenen Einrichtungen teilzuhaben und

die Beratungs- und Förderungsmöglichkeiten des Vereines in Anspruch zu nehmen.

(2) 

Die Mitglieder des Vereines sind verpflichtet:

-

den Vereinszweck in jeder Hinsicht zu fördern,

-

die Statuten und Beschlüsse der Vollversammlung und des Vorstandes einzuhalten und

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die Mitgliedsbeiträge termingerecht einzuzahlen.

7. Organe des Vereines  

Die Organe des Vereines sind:

a)

die Vollversammlung

b)

der Vorstand

c)

der Obmann

d)

der Geschäftsführer

e)

die Rechnungsprüfer

f)

das Schiedsgericht

8. Vollversammlung  

(1)    

Die Vollversammlung besteht aus sämtlichen Mitgliedern des Vereines. Sie ist durch den Obmann mindestens einmal jährlich und mindestens 14 Tage vor ihrer Abhaltung unter gleichzeitiger Angabe der Tagesordnung schriftlich einzuladen. In der Vollversammlung können über Angelegenheiten Beschlüsse nur gefasst werden, wenn sie auf der Tagesordnung aufscheinen. Die Mitglieder haben das Recht, bis spätestens acht Tage vor der Vollversammlung die Aufnahme weiterer Tagesordnungspunkte beim Obmann schriftlich zu verlangen. Weiters können Anträge zu den Tagesordnungspunkten gestellt werden. Sie sind mindestens 24 Stunden vor dem Termin der Vollversammlung beim Obmann schriftlich einzureichen.

(2)  

Die Vollversammlung ist bei Anwesenheit von mehr als der Hälfte der Mitglieder beschlussfähig. Ist die Beschlussfähigkeit nach Eröffnung der Vollversammlung nicht gegeben, so tritt die Vollversammlung eine halbe Stunde später mit derselben Tagesordnung am gleichen Ort zusammen und ist ohne Rücksicht auf die Anzahl der anwesenden Mitglieder beschlussfähig. Die Vollversammlung fasst ihre Beschlüsse mit einfacher Stimmenmehrheit. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vorsitzenden. Für die Beschlussfassung oder Änderung der Statuten sowie die Auflösung des Vereines ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit der abgegebenen Stimmen erforderlich. Über den Verlauf der Vollversammlung ist ein Protokoll zu führen und vom Vorsitzenden und Schriftführer zu unterfertigen.

(3)   

Den Vorsitz in der Vollversammlung führt der Obmann, bei dessen Verhinderung ein Stellvertreter.

(4)

Eine außerordentliche Vollversammlung ist vom Obmann innerhalb von vier Wochen nach Beschluss bzw. Antragstellung einzuberufen, wenn

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der Vorstand die Einberufung beschließt,

-

ein schriftlicher Antrag von mindestens einem Zehntel der Mitglieder auf Abhaltung einer außerordentlichen

-

Vollversammlung vorliegt oder

-

auf Antrag der Rechnungsprüfer.

9. Aufgaben der Vollversammlung  

Der Vollversammlung ist die Entscheidung in folgenden Angelegenheiten vorbehalten:

a)

die Änderung der Statuten,

b)

die Wahl bzw. die Enthebung der Mitglieder des Vorstandes und der Rechnungsprüfer sowie deren Stellvertreter,

c)

Entgegennahme und Genehmigung des Berichtes der Rechnungsprüfer über die Geldgebarung und Beschlussfassung über deren Anträge,

d)

Beratung und zur Kenntnisnahme des Tätigkeitsberichtes des Vorstandes,

e)

Beratung und Beschlussfassung über den Voranschlag sowie den Rechnungsabschluss,

f)

Festsetzung des Mitgliedsbeitrages,

g)

Beratung und Beschlussfassung der auf der Tagesordnung stehenden Angelegenheiten und der dazu eingebrachten Anträge des Vorstandes oder der Mitglieder,

h)

Entscheidung über die Berufung gegen den Ausschluss eines Mitgliedes,

i)

Beschlussfassung über die Auflösung des Vereines und die Verwendung eines allfälligen Vereinsvermögens.

10. Vorstand  

(1)   

Der Vorstand wird auf die Dauer von drei Jahren von der Vollversammlung gewählt. Er besteht aus dem Obmann, den beiden Stellvertretern, dem Schriftführer, dem Kassier sowie deren Stellvertreter. Bei Ausscheiden eines gewählten Vorstandsmitgliedes kann der Vorstand für diese Funktion ein anderes Mitglied bis zur nächsten Vollversammlung in den Vorstand kooptieren. Die Nachwahl hat bei der nächsten Vollversammlung zu erfolgen.

(2)   

Den Vorsitz im Vorstand führt der Obmann, bei dessen Verhinderung der nächstfolgende Stellvertreter. Die Vorstandssitzungen werden vom Obmann nach Bedarf schriftlich oder mündlich eingeladen. Der Vorstand ist beschlussfähig, wenn alle Mitglieder eingeladen und mindestens die Hälfte anwesend ist. Die Beschlüsse werden mit Stimmenmehrheit der Anwesenden gefasst. Bei Stimmengleichheit entscheidet der Vorsitzende. Über die Sitzungen des Vorstandes ist Protokoll zu führen, das vom Obmann und Geschäftsführer zu unterfertigen ist.

(3)   

Zur Vorbereitung und Umsetzung von Förderungsprogrammen oder Maßnahmen im Rahmen des Schutzwaldsanierungsprojektes können Arbeitsausschüsse durch den Vorstand eingerichtet werden.

11. Aufgaben des Vorstandes

(1)

Dem Vorstand obliegt die Leitung des Vereines. Er hat die Beschlüsse der Vollversammlung durchzuführen und überhaupt alle Maßnahmen zu ergreifen, die zur Erreichung des Vereinszweckes notwendig sind, sofern diese nicht ausdrücklich einem anderen Vereinsorgan vorbehalten sind.

(2)

In seinen Wirkungsbereich fallen insbesondere folgende Aufgaben:

a)

Erstellung des Jahresvoranschlages, des Arbeitsprogramms sowie des Tätigkeitsberichtes,

b)

Verwaltung des Vereinsvermögens und Mitwirkung bei der Erstellung von Förderungsprogrammen sowie Einreichung dieser bei den entsprechenden Dienststellen,

c)

Mithilfe bei der Umsetzung der waldbaulichen Maßnahmen im Rahmen des Schutzwaldsanierungsprojektes Gaisberg,

d)

Hilfeleistung bei der praktischen Durchführung von Waldarbeiten und der Inanspruchnahme forstlicher Förderungsmittel,

e)

Vertretung der Interessen der Vereinsmitglieder im Zusammenhang mit der Realisierung des Schutzwaldsanierungsprojektes Gaisberg,

f)

Beschlussfassung über die Aufnahme bzw. den Ausschluss von Mitgliedern,

g)

Vorbereitung der ordentlichen und Einberufung einer außerordentlichen Vollversammlung,

h)

Durchführung von forstlichen Informationsveranstaltungen in Zusammenarbeit mit einschlägigen Dienststellen und Interessenvertretungen.

12. Obmann

(1)   

Der Obmann wird von der Vollversammlung für die Dauer von drei Jahren gewählt. Er vertritt den Verein nach außen und führt den Vorsitz in der Vollversammlung und in den Vorstandssitzungen. Er hat den Vorstand und die Vollversammlung sooft einzuberufen, als es die Geschäfte des Vereines erfordern. Bei Gefahr im Verzug ist er berechtigt, auch in Angelegenheiten, die in den Wirkungsbereich des Vorstandes fallen, unter eigener Verantwortung selbständige Anordnungen zu treffen, diese bedürfen jedoch der nachträglichen Genehmigung durch das zuständige Vereinsorgan. Gemeinsam mit dem Schriftführer hat er die Zeichnungsberechtigung für den Verein, in Geldangelegenheiten gemeinsam mit dem Kassier.

(2)  

Der Schriftführer hat den Obmann bei der Führung der Vereinsgeschäfte zu unterstützen. Ihm obliegt die Führung des Protokolls in der Vollversammlung und der Vorstandssitzung, sofern diese Aufgabe nicht an den Geschäftsführer (Förster) delegiert ist.

(3)  

Der Kassier ist für die ordnungsgemäße Geldgebahrung des Vereines verantwortlich.

13. Geschäftsführer

(1)  

Das von der Stadtgemeinde Salzburg (oder unter Mitfinanzierung anderer Gebietskörperschaften) für die forstfachliche Betreuung der Waldpflegegemeinschaft Gaisberg bereitgestellte Forstfachorgan hat die Vereinsorgane und die Vereinsmitglieder in fachlicher Hinsicht zu beraten und zu unterstützen. Insgesamt hat er zur Umsetzung des Schutzwaldsanierungsprojektes Gaisberg beizutragen.

(2)  

Der Vorstand kann diesem Forstfachorgan durch Beschluss bestimmte Aufgaben der Geschäftsführung, insbesondere aller forstfachlichen Maßnahmen wie z.B. Erstellung von Programmen zur Waldpflege, Förderungsprogramme, Beantragung und Abrechnung von forstlichen Förderungsmitteln, Vermittlung von qualifizierten Holzarbeitern, Hilfestellung beim Holzverkauf, Mitarbeit bei der Lösung der standörtlich differenzierten Wald/Wild-Problematik und Agenden der fachlichen und praktischen Beratung, übertragen. Insbesondere sind von ihm auch die durchgeführten waldbaulichen Maßnahmen in fachlicher Hinsicht zu bestätigen.

(3)  

In Umsetzung der Förderungsprogramme hat er die Vorbereitung, Beantragung, Durchführung und Abrechnung im Rahmen der Jahresarbeitsprogramme wahrzunehmen und im Voranschlag bzw. Rechnungsabschluss aufzunehmen. Weiters hat er dem Vorstand und der Vollversammlung über die fachlichen Maßnahmen und seine Aufklärungs- sowie Beratungstätigkeit zu berichten.

14. Zeichnungsberechtigung

Schriftliche Ausfertigungen von Geschäftsstücken, insbesondere dem Verein verpflichtende Urkunden und Schriftstücke sowie Bekanntmachungen des Vereines, sind vom Obmann und Schriftführer (in Geldangelegenheiten vom Kassier) zu unterfertigen. Die fachliche Richtigkeit hat der Geschäftsführer zu bestätigen.

15. Rechnungsprüfung  

Die Vollversammlung wählt aus ihrer Mitte zwei Rechnungsprüfer für die Dauer von drei Jahren. Die Rechnungsprüfer haben die Gebarung des Vereins zu überprüfen und sind zur Erfüllung dieser Aufgaben berechtigt, jederzeit in die Geschäftsführung Einsicht zu nehmen und die Geldgebarung zu überprüfen. Sie haben in der Vollversammlung über das Ergebnis der Überprüfung zu berichten und daraus resultierende Anträge zu stellen.

16. Schiedsgericht

(1) 

In allen aus dem Vereinsverhältnis entstehenden Streitigkeiten entscheidet das Schiedsgericht.

(2)  

Schiedsgericht setzt sich aus drei ordentlichen Mitgliedern zusammen. Es wird so gebildet, dass jede Streitpartei innerhalb von zwei Wochen dem Vorstand ein ordentliches Mitglied als Schiedsrichter namhaft macht. Ein weiteres Mitglied nominiert der Vorstand. Die Mitglieder des Schiedsgerichtes wählen mit Stimmenmehrheit einen Vorsitzenden. Das Schiedsgericht fällt seine Entscheidung mit Stimmenmehrheit. Die Mitglieder haben nach bestem Wissen und Gewissen zu entscheiden. Seine Entscheidungen sind vereinsintern verbindlich und endgültig.

17. Auflösung des Vereines  

Die Auflösung des Vereines kann nur in einer zu diesem Zweck einberufenen außerordentlichen Vollversammlung mit der im § 8 Abs. 2 festgesetzten Stimmenmehrheit beschlossen werden. Über die Verwendung eines allfälligen Vereinsvermögens entscheidet diese außerordentliche Vollversammlung. Die freiwillige Auflösung des Vereines hat der letzte Vereinsvorstand der Vereinsbehörde anzuzeigen. Ein allfällig vorhandenes Vereinsvermögen ist unter Bedachtnahme auf die §§ 34-47 BAO einer Organisation zuzuführen, die gleich oder ähnliche Ziele wie der aufgelöste Verein verfolgt.

Bundespolizeidirektion Salzburg

ZVR 624266414


* Diese Statuten wurden von HR Ing. Dr. Karl Mayr, damaliges Mitglied des Gemeinderates der Stadt Salzburg verfasst, der auch maßgeblich an der Gründung dieser Waldbesitzervereinigung mitwirkte.